Knabino: Kleidsames für Jungs? Großes Blog mit kleinem Shop.

Kein Geld für Jungenmode?

„Bei der Jungenkleidung hört der Geldbeutel auf“, lautete einer der überraschendsten Sätze, die wir auf der Kindermodemesse Children’s Fashion Cologne hörten. „Mütter sind nicht bereit, für ihre Söhne nennenswert Geld auszugeben. Ihr Argument: Warum soll ich eine Jeans für 40 Euro kaufen? Da sind doch morgen schon Löcher drin!“

Stimmt das? Sind wir Eltern wirklich zu geizig, wenn es darum geht, unsere Söhne einzukleiden? Und sind in Mädchenhosen nicht genauso schnell Löcher? Diesen Fragen bleiben wir auf der Spur, andere Fragen konnten wir bei unserem Besuch auf der Modemesse klären.

Stichwort Modenschau: Zwölf Mädchen und acht Jungs betraten den Laufsteg. Nein, über dieses Zahlenverhältnis haben wir uns nicht gewundert. Bei der präsentierten Jungenmode fiel uns dann aber doch die Kinnlade herunter. Roberto Cavalli Junior zeigte Mode im Dschungel-Look (passend zur Filmmusik aus „Jenseits von Afrika“): hier eine beige Hose, da ein weißes Hemd – damit hörte es für die Jungs auch schon auf. Die Mädchen trugen Kleider mit Leoparden-Muster, für Jungen suchte man derartiges vergebens. Nei, stimmt nicht ganz: ein Hauch von Leopardenflecken auf einem beigen Pullover (siehe Foto). Immerhin. Maserati entließ seine männlichen Models vorwiegend in Grau, Weiß und Dunkelblau auf die Bühne. Dunkelblau – wie originell! Ein rotes Shirt stach da schon echt ins Auge (siehe Fotos). Und so ging es weiter. Manche Labels schickten sogar nur Mädchen ins Rennen.

Blau und Weiß, die originelle Farbkombination für den Sommer 2014. Oha, da fallen die roten Streifen direkt ins Auge.

Blau und Weiß, die originelle Farbkombination für den Sommer 2014. Oha, da fallen die roten Streifen direkt ins Auge.

Ein Hauch von Leopard. Nicht schlecht. Aber der Pulli ist grau! (Und die Hose beige!)

Ein Hauch von Leopard. Nicht schlecht. Aber der Pulli ist grau! (Und die Hose beige!)

Okay, es sind Sittiche auf dem Hemd. Damit ist es origineller, als es zunächst erschien. Aber die Hose ist beige!

Okay, es sind Sittiche auf dem Hemd. Damit ist es origineller, als es zunächst erschien. Aber die Hose ist beige!

Unser Urteil nach der Show: Mode für Jungen ist einseitig, wenig innovativ – und einfach zum Heulen. „Jungenmode ist nicht existent“, setzte der Knabino-Fotograf noch einen drauf.

Kurz darauf führten wir ein interessantes Gespräch, das Licht ins Dunkel dieses Rätsels brachte. „Die Sommersaison 2014 bietet extrem viel Farbe – auch bei der Jungenmode“, verriet uns Thomas Breuker von der BB-Fashion Agency. „Wir haben noch nie so viele Farben verkauft.“ Der BB-Chef muss es wissen, schließlich vertritt seine Agentur namhafte Labels von Simonetta bis Trussardi. Wir protestierten trotzdem.

Doch dann erfuhren wir, warum Modenschauen (die ja die Mode der kommenden Saison präsentieren sollen) oft gar nicht repräsentativ sind. Erstens wählen die (meist italienischen) Designer die Klamotten aus, auch wenn die Show in Deutschland stattfindet: So muss beispielsweise bei Cavalli der typische Leopardenlook gezeigt werden, weil dieser das Image der Mode transportiert – auch wenn das Label viel tollere Sachen im Sortiment hat. Und zweitens kann eine Musterkollektion – die Show zeigte Mode für den Sommer 2014 – nie alle Farben umfassen. Damit gaben wir uns erst einmal zufrieden.

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